Tourenplanung Online. 4/13
von Georg Rothwangl, Mario Zott
Zur richtigen Zeit am richtigen Ort. alpenvereinaktiv.com ist das gemeinsame Tourenportal von DAV, OeAV und AVS. Erst vor kurzem haben diese alpinen Vereine beschlossenen, in die Online-Tourenplanung einzusteigen. Ein ehrgeiziges Projekt, gilt es doch mit anderen - bereits etablierten - Anbietern in Konkurrenz zu treten. Da sie sich in letzter Zeit intensiv damit auseinandergesetzt haben, können uns zwei der hauptamtlichen Mitarbeiter hinter alpenvereinaktiv.com ...
Spaltenrettung. 4/13
von Eike Roth, Sepp Ehgartner
Selbstrettung und Kameradenrettung sind Standard auf jedem (Ski-)Hochtourenkurs. Dabei haben sich Prusik- mit Umbau auf Münchhausen-Technik sowie der Seilrollenflaschenzug bewährt. Schaffen es Teilnehmer trotz korrekter Technik und Kampfgeist wieder einmal nicht über den Spaltenrand oder melden berechtigte Zweifel bezüglich handlungsunfähigen Gestürzten oder der Seilverteilung an, verweisen AusbilderInnen standardmäßig auf die geringe Eintrittswahrscheinlichkeit ...
Seilrollenflaschenzug. 3/12
von Walter Würtl, Peter Plattner
Im Gegensatz zum Expressflaschenzug - den wir in der letzten Ausgabe von bergundsteigen an dieser Stelle vorgestellt haben - ist der Seilrollenflaschenzug das Mittel bzw. die Rettungstechnik der Wahl, wenn es darum geht, jemanden zum Stand hinaufzuziehen. Der Seilrollenflaschenzug ist etwas aufwändiger zu bauen, dafür aber ein „doppelter Flaschenzug" mit 4-facher Übersetzung (+ Reibung). Komplett frei hängende Personen können aber dennoch nur mit höchster Anstrengung ...
FAQs-Dyneema. 3/12
von Chris Semmel
Als mich Peter (Chief von bergundsteigen) anrief und fragte, ob ich nicht was über die „Facks zum Thema Dyneema“ schreiben könnte, stutzte ich zunächst. Anglizismen sind mir nicht ganz unvertraut, doch dachte ich zunächst an eine urmenschliche Sache (auch ein Anglizismus), dann an ein veraltetes Kommunikationsmittel (schon wieder ein Anglizismus), bis mir klar wurde, was gemeint war: Frequently Asked Questions, abgekürzt und ausgesprochen „ FAQs“. ...
Haltekräfte von Fixpunkten in Firn & Schnee. 1/12
von Karl Sulser
Bei vielen Hochtouren geht sie mit, ist mittlerweile fast schon eine „alte Bekannte". Und doch fordert sie Jahr für Jahr ihre Opfer. Die Mitreißgefahr, verursacht durch das gemeinsame Gehen am kurzen Seil. Denn wie viele Bergsteiger setzen die Erkenntnisse der Untersuchungen zu Mitreißunfällen um und sichern in steileren Gletscher- und Firnhängen von Standplatz zu Standplatz? Viele ziehen es vor, lieber einen Hang gefahrvoll gemeinsam zu begehen ...
Vermisst am Großglockner. 3/11
von Hans Ebner, Hanno Bilek, Peter Tembler
Der höchste Berg Österreichs ist traditionell Anziehungspunkt und Tummelplatz für Bergsteiger aller Nationalitäten. Dementsprechend häufig sind daher auch Einsätze zur Bergung von Verletzen oder Erschöpften durch den Hubschrauber oder durch bodengebundene Kräfte der Bergrettung und Alpinpolizei. Hanno Bilek, Hans Ebner und Peter Tembler schildern den wohl tragischsten und schwierigsten Einsatz der letzten Jahre im Herbst 2010 ...
Wie riskant ist Bergsport?. 3/10
von Florian Hellberg, Peter Rendelzhofer
Wie gefährlich sind Wandern, Klettern oder Skitourengehen? Im August wurde die DAV-Bergunfallstatistik 2008/09 vorgestellt. Peter Randelzhofer und Florian Hellberg geben einen Überblick zu den wesentlichen Entwicklungen und den Ursachen für Unfälle im Bergsport. Seit 1979 veröffentlicht der DAV seine Bergunfallstatistik, die Daten reichen zurück bis in die fünfziger Jahre. Grundlage sind die dem DAV-Versicherungsschutz gemeldeten Unfälle und Notfälle der Mitglieder. ...
Sommerwetter. 2/10
von Albert Leichtfried
Im Hochgebirge wirken die Kräfte der Natur meist stärker als in flacheren Regionen. Für einen Bergsportler gehört die theoretische und praktische Auseinandersetzung mit diesen Kräften dazu. Der Wetterbericht ist dabei die Grundlage zur Planung einer Hochtour oder einer alpinen Klettertour. Folgende Zeilen sollen dem Sommer-Bergsportler helfen, seine Touren exakter planen zu können, um diverse Aktivitäten mit einem Lachen im Gesicht ...
Wechten, faszinierend und gefährlich. 2/09
von Ueli Mosimann
Im vergangenen Winter war in manchen Regionen der Alpen eine Häufung von Unglücken und Vorfällen in Zusammenhang mit Wechtenbrüchen zu verzeichnen. Ueli Mosimann erinnert uns in seinem Beitrag an diese häufig schwer einzuschätzende Gefahr. Übrigens, seit der letzten Rechtschreibreform schreibt man die Wechte - da von „wehen“ kommend - mit „e“ und nicht mehr mit „ä“. So beeinflusst die neue deutsche Rechtschreibung auch den Bergsport. ...
Es irrt der Mensch solang er strebt. 1/09
von Jan Mersch, Wolfgang Behr
Wie wird man eigentlich ein kompetenter Bergsteiger? Welche typischen bergsteigerischen Entwicklungsmuster führen dahin? Welche Thesen und praktischen Konsequenzen lassen sich daraus ableiten? Glaciér de Trient, ca. 3100 m Seehöhe, April 2004. Bei schönstem Wetter sind wir morgens von der Argentière-Hütte aufgebrochen. Die erste „echte“ Etappe der Haute-Route steht an. ...
Wer richtig bremst, der nicht verliert. 1/09
von Pit Schubert, Gudelius Jost
Der Pickelrettungsgriff bietet neben der Liegestütztechnik die einzige Möglichkeit, bei Gleichgewichtsverlust in Firn oder Eis einen Sturz abzufangen, sofern kein Seil verwendet wird. Die Meinungen zur Eispickelhaltung und der damit verbundenen optimalen Bremswirkung sind geteilt. Bremsen mit der Haue im Eis ergibt mehr Bremswirkung als das Bremsen mit der Schaufel. ...
Kurz und schmerzlos. 3/08
von Michael Wicky
Der Absturz einer ganzen Seilschaft ist besonders tragisch,aber zum Glück auch selten. Obwohl - wenn man sich aufden klassischen Hochtouren so umsieht - er eigentlich dauernd passieren könnte. Ob ein Seilschaftsmitglied stolpert, hängtvon psychischen und physischen Faktoren ab. Ob er oder sie dann von den anderen gehalten werden kann oder nicht, hängt vom Zusammenspiel menschlicher Faktoren ...
Snow Stake. 2/08
von Gottlieb Braun-Elwert
Immer wieder stechen sie uns auf Fotos von neuseeländischen und amerikanischen Bergsteigern ins Auge. Die „Schneeschwerter“, welche seitlich am Rucksack befestigt sind und nur darauf zu warten scheinen, gezogen und in den Schnee gerammt zu werden. Gottlieb Braun-Elwert hat sich intensiv mit diesem Sicherungs- mittel beschäftigt, getestet und letztendlich seinen idealen Snow Stake gefunden. ...
glück auf breiten flügeln. 4/07
von Josef Höfer
Man kann sich seiner Bestimmung nicht entziehen, aber man kann Glück haben. Das Leben hat noch viel vor mit mir.Scheiße, blöd gelaufen, Riesenglück gehabt – danke. Menschen haben das Recht, Fehler machen zu dürfen.Das Riffelseegebiet im Pitztal (Tirol) ist eine meiner Lieblingsgegenden. Kenn' ich es doch schon seit Jahren als eine Gegend, wo Einsamkeit, wunderbare Landschaft und rassige, aber auch einfache Gipfel zu finden sind. ...
halbseilbruch. 3/07
von Pit Schubert
Seilbrüche können sich bekanntermaßen nur noch durch Säureeinfluss, Schmelzverbrennung und Belastung über eine scharfe Fels- oder sonst wie geartete Kante ereignen. Da auf Gletschern keine Seilbelastung über eine scharfe Kante zu erwarten ist, hat sich die Lehrmeinung durchgesetzt, dass ein Halbseil hier sicherheitstechnisch ausreichend ist. Nun ist es allerdings in einer schneebedeckten Eisrinne zum Bruch eines Halbseiles gekommen. ...
spalten. 1/07
von Ueli Mosimann
Spricht man über die Unfallgefahren beim Schneesport im freien Gelände, ist der Fokus sehr stark auf das Thema Lawinenverschüttung gerichtet. Tatsächlich sind Lawinenverschüttungen trotz großer Fortschritte beim Risikomanagement, der Tourenplanung und immer leistungsfähigeren Geräten zur Ortung von Verschütteten - immer noch weitaus die häufigste Ursache von tödlichen Unfällen ...
Gletscher. 2/06
von Johanna Bernhardt
Sonntag, 5. Mai, 7.00 Uhr auf der Pasterze. Die Sonne hat längst die Glocknerwand überschritten und die Schatten kriechen langsam in ihre Höhlen zurück. Ein wunderschöner Tag kündigt sich an. Doch jäh wird die Stille des Morgens zerrissen. Ein ohrenbetäubender Knall, wie die Explosion nach lang angestautem Druck; dann ein Krachen - wie tausend Glasscherben, die endlich der Belastung nachgeben. ...
sommer 3x3. 2/06
von Ronnie Sturzenegger, Tanja Manser
Die Unfallstatistiken des Schweizer Alpen Clubs bewegen sich seit vier Jahren auf einem konstanten Niveau. Die Unfallzahlen schwanken zwar von Jahr zu Jahr, aber immer nur innerhalb einer statistisch nicht signifikanten Abweichung. Im Schnitt scheinen 1370 dokumentierte Unfälle pro Jahr (2001 - 2004) auf. In 650 Fällen war ein Sturz als Unfallursache angeführt worden, 300 Mal ein Blockieren und in 120 Fällen war fehlende Orientierung bzw. Verirren die Unfallursache. ...
anspruchsvoll, exponiert +heikel. 2/05
von Ueli Mosimann
Gemessen an den abendfüllenden Diskussionen um die "richtige" Klassifikation einer Kletterroute werden Bewertungen bei anderen Bergsportarten wenig beachtet. Doch auch hier wurden und werden Skalen definiert mit dem Ziel, die Schwierigkeitsangaben in den Führerwerken zu standardisieren, um damit dem Bergsteiger eine griffige Planungshilfe in die Hand zu geben. In diesem Beitrag soll diese Entwicklung ...
hoch hinaus mit risiko. 2/05
von Michael Wicky, Emanuel Wassermann
Munter sei dank, sind wir auch bei Lawinenwarnstufe 3 noch sicher auf Skitouren unterwegs; nur nicht überall und zu jeder Zeit. Dank den Impulsen von Werner Munter wurde der Umgang mit dem Lawinenrisiko rationaler und wir haben einfache Faustregeln zur Hand, mit deren Hilfe wir die Gefahr besser als früher einschätzen können, wenn auch nicht immer - das sei hier nicht verschwiegen - mit hundertprozentiger Sicherheit. Für Sommerhochtouren fehlte uns bislang ein rationaler, ...
sind hochtouren gefährlich?. 2/04
von Ueli Mosimann
Wer in der Viertausenderregion unterwegs ist, lebt gefährlicher als bei den meisten anderen bergssportlichen Aktivitäten - eine Tatsache, die sich nicht wegdiskutieren lässt. Während der kurzen Zeitspanne der Hochtourensaison im Sommer erreichen uns immer wieder Meldungen wie: "Dreierseilschaft am Mönch abgestürzt", "Fünferseilschaft am Dom mitgerissen", "Bereits zehn Tote am Matterhorn in dieser Saison", ...
fehlgebremst. 2/04
von Stefan Wierer
Irgendwie lief es das ganze Führungsjahr nicht so richtig: einmal stürzt ein Gast auf einer Variantenabfahrt und kegelt sich die Schulter aus, dann fahre ich selbst in einen eingeschneite, gefrorenen Lawinenknollen, komme zu Sturz und breche mir den zweiten und dritten Seitenfortsatz bei der Lendenwirbelsäule, dann - seit 25 Jahren ziehe ich ohne Zwischenfälle Seile ab - löste sich nach dem Abseilen am Koppenkarstein ein kopfgroßer Stein und erwischt mich am Handgelenk.
haare bergwärts. 2/03
von Werner Schallhart
"Ufstand sisch zwoi Uhr" - mühsam kriechen wir aus dem Lager. Der seichte Kaffee will noch nicht so richtig runter und viele der verschlafenen Gestalten bekommen schon durch das bereits angelegte Gurtzeug beklemmende Gefühle. Es ist sternenklar und frisch - vor der Hütte formieren sich einzelne Glühwürmchen zu Gruppen und langsam setzt sich die Schlange in Bewegung. Wettervorhersage für Graubünden: sonnig, mäßig warm, Strömung aus Süd-West...
eisSturz. 4/01
von Heinz Slupetzky
Viele kennen den Fürlegg-Eisbruch im Sonnblickkees, ein ideales und beliebtes Übungsgelände für Eiskurse auf der Rudolfshütte. Selten aber doch gingen beim Eisbruch zu beiden Seiten der Eisverbindung zum unteren Gletscherboden kleinere Eislawinen ab. „Normale“ Ereignisse, bei denen es auch niemals zu einem Unfall kam. Im Sommer 1999 schien die Situation aber kritischer zu werden...
sop's am spaltenrand. 2/99
von Michael Larcher
Kein Gletscherkurs ohne Spaltenbergeübungen. - Sie bilden gewissermaßen das bergrettungstechnische Herzstück eines jeden Eiskurses und wer immer als Instruktor über mehrere Stunden die Aufsicht und auch die Verantwortung trägt, sollte sich einige „Standard Operation Procedures“ (SOPs) aneignen, um gefährlichen Situationen vorzubeugen.