editorial.
Der Auftrag beim Sichern von Einseillängenrouten ist einfach und klar: So lange sichern, bis der Kletterer wieder auf dem Boden steht! Trotzdem werden nicht weniger als fünf Kletterunfälle in den Ausgaben 3/07 und 4/07 von bergundsteigen geschildert. Das gibt mir sehr zu denken. Zwei Tatsachen beschäftigten mich dabei vor allem: Vier von fünf Unfällen sind beim Sichern mit dem Tuber passiert und die Urteile bei den Prozessen zu den Unfällen sind sehr unterschiedlich ausgefallen....
dialog.
[Eisenerz sehen und sterben] Wann? Wann wird man sich die Frage nach der Sinnhaftigkeit stellen? Drei Unfälle innerhalb einer Woche auf den drei neuen, supertollen Klettersteigen rund um Eisenerz. Eine Schwerverletzte, zwei Tote! Den Tourismus in der Region fördern, Nutzen aus der schönen Bergwelt ziehen. Mit Stolz die anspruchsvollsten und schwersten Klettersteige im Land zu bewerben. Mehr Arbeit in die Region wurde ja wirklich gebracht. Das können die Berg-retter sicher bestätigen! Tod und Tragik als Werbung für eine Spaß- und Abenteuergesellschaft? ...
krautundruab'n.
Gottlieb - ein Freund, Partner und Bergführerkollege verstarb am 14. August während einer Skitourenführung in seinen heimatlichen Bergen in Neuseeland an den Folgen einer gerissenen Aorta. Gottlieb schloss 1971 in Deutschland seine Bergführerausbildung erfolgreich ab und wanderte vor 30 Jahren nach Neuseeland aus. Dort gründete er in Lake Tekapo eine Bergsteigerschule, in der er seine Ideale verwirklichte und seinen Kunden die Natur betreffend wieder die Augen öffnete. Zu seinen Gästen zählte ua die Premierministerin von Neuseeland, ...
ber(g)sönlichkeiten.
Bergundsteigen im Gespräch mit Michael Hoffmann. Michael, du bist Bergführer, Bergführerausbilder, Koordinatorim Lehrteam Sportklettern des DAV, Inhaber der Rotpunktschule, Autor mehrerer Kletterlehrbücher und kletterstseit 1972. Man kann wohl sagen: Deine Welt sind die Berge.Die Berge sind ein sehr wichtiger Teil in meinem Leben – in erster Linie das Klettern, aber auch Bergsteigen oder Ski- und Snowboardtouren. Was mich an diesen Disziplinen fasziniert: Neue Dinge machen, die über das Bestehende hinausgehen. Du hast viele, meist sehr schwierige Erstbegehungen im Kaisergebirge
Wieder die guten Sitten.
von Andreas Ermacora
Vor nicht langer Zeit kontaktierte mich ein Ausbildungsleitereines Bergführerverbandes und erzählte mir von den Sorgenjener Bergführer, die Freerider betreuen - also Gruppen von Snowboardern und Skifahrern, die zwar mit den Bergbahnennach oben fahren, dann aber ihr Abenteuer in möglichst unbefahrenenund spektakulären Variantenabfahrten suchen. Einerseits - so der Experte - sei das eine interessante Aufgabe, ...
Sind die Führer frei?.
von Ingeborg Schmid-Mummert
Folgende Zeilen berichten über Freiheiten, Einschränkungen und Wahrnehmungen in der Beziehung zwischen Gast und Führer zu Beginn des Alpintourismus. Am 1. Januar 1893 trat eine neue Bergführerordnung für Tirol und Vorarlberg in Kraft. Da sie den im vorangegangenen Jahr für Kärnten erlassenen Bestimmungen völlig entsprach, erhoffte man sich, den Grundstein für eine allmähliche Vereinheitlichung der Führerordnungen in den österreichischen Alpenländern ...
Kurz und schmerzlos.
von Michael Wicky
Der Absturz einer ganzen Seilschaft ist besonders tragisch,aber zum Glück auch selten. Obwohl - wenn man sich aufden klassischen Hochtouren so umsieht - er eigentlich dauernd passieren könnte. Ob ein Seilschaftsmitglied stolpert, hängtvon psychischen und physischen Faktoren ab. Ob er oder sie dann von den anderen gehalten werden kann oder nicht, hängt vom Zusammenspiel menschlicher Faktoren ...
1 Kletterunfall. 3 Welten..
von Olaf Hoffmann, Karl Schrag, Aldo Bergmann
Ich werde wach und es ist dunkel. Ich denke, der Wecker müsstejeden Moment klingeln. Ich arbeite als Elektriker in einer KFZWerkstattund ein Zuspätkommen wird nicht geduldet. Aberirgendetwas stimmt heute nicht. Ich möchte aufstehen undkomme nicht vom Fleck, fühle mich wie angenagelt ans Bett. Dummer Alptraum! ch warte auf das Klingeln. Plötzlich steht ein Wildfremder im weißen Kittel neben mir ...
Feinstaub in Kletterhallen.
von Stephan Weinbruch
Traditionell liegt der Fokus von bergundsteigen auf Unfallrisikenim Bergsport und deren Vermeidung. Im vorliegenden Artikelwird eine vollkommen andere Art von Risiko angesprochen. DerGebrauch von Magnesia führt zu hohen Feinstaubbelastungen in Kletterhallen. tatsächlich ist, ob und welche Gegenmaßnahmen getroffen werden müssen - diesen Fragen ging eine Studie der Technischen Universität Darmstadt nach....
Wieder einmal: Seilriss durch Schwefelsäure.
von Pit Schubert
Seilbrüche durch Schwefelsäureeinfluss sind bisher nicht allzu zahlreich aufgetreten. Der vorletzte geschah vor drei Jahren in einer Kletterhalle in Innsbruck3. Seit 1994, als der erste Seilbruch durch Schwefelsäureeinfluss aufgedeckt wurde, sind unter österreichischen und deutschen Kletterern insgesamt gerade einmal fünf Seilbrüche bekannt geworden; alle dadurch Abgestürzten konnten glücklicherweise überleben. ...
Losing way.
von Pit Schubert, Chiaki Aoyama
Chiaki Aoyama ist Professor an der Kansai-Universität in Osaka und befasst sich mit Notfallszenarien nach Erdbeben, Vulkanausbrüchen und Tsunamis, die in Japan immer wieder auftreten - auch wenn wir davon nichts erfahren, weil deren Ausmaß nicht für eine Berichterstattung in unseren Breiten ausreicht. Aoyama befasst sich auch mit Umweltkatastrophen und mit medizinischen Kunstfehlern ...
Sichern - alles easy?.
von Reinhold Scherer
Die zuletzt geführte Diskussion über die Normen bei Klettersteigsets hat mich motiviert, ein altes Anliegen endlich in Worte zu fassen. Ähnlich wie bei den Fehlbedienungen von Klettersteigsets muss man sich auch beim Partnersichern nicht so sehr die Frage stellen, wie das Gerät auszuschauen hat, sondern viel mehr: „Was können die Kletterer denn alles falsch machen?“ um dann dementsprechend zu unterrichten, zu informieren und Sicherungsmethoden zu erarbeiten, ...
Sicher(n) stürzen lernen.
von Stefan Kleinhappl
Wer einen Vorsteiger sichert, muss auch einen Sturz halten können. Dies wird aber gerade im Anfängerbereich nur in den wenigsten Fällen geübt. Das Klettern an der Sturzgrenze – des „Hardmovers“ täglich Brot, um sich zu verbessern - ist bei Anfängern nicht alltäglich. Stürze „passieren“ aber auch im Anfängerbereich. In dieser neuen Situation sind dann viele Sichernde überfordert. ...
Gruppe in Not.
von Tobias Bach
In unserer Zeit der Bohrhaken, Bergwegekategorien und Lawinenlageberichte bleibt als die große alpine Gefahr etwas, was simpel und kompliziert zugleich ist: Unser eigenes Verhalten! Simpel, weil wir auf unser Verhalten scheinbar mehr Einfluss haben als auf die wilde Bergnatur.Kompliziert, weil wir aus der Psychologie wissen, dass es mitunter leichter ist, In dieser neuen Situation sind dann viele Sichernde überfordert. ...
ausprobiert.
Einen eigenen Weg geht der Schweizer Hersteller Exped mitdiesem Rucksack Mountain Pro 40. Der wasserfeste sommerundwintertaugliche Toploader wurde von zwei SchweizerBergführern entwickelt und hat genau das, was notwendig ist. Reduziert auf das Wesentliche, kein Schnickschnack und viele innovative Lösungen. An sich handelt es sich um einen „Packsack mit Rollverschluss“, der praktisch wasserdicht da die Nähte getapt sind und das Gewebe mit einem PU-Film laminiert ist - ...
medien.
Bettina Hauslers „Der Berg. Schrecken und Faszination.", erschienen im renommierten Münchner Hirmer Verlag, führt den Leser/Betrachter durch neun Jahrhunderte europäischer Kunstgeschichte. Die Entwicklung des Verhältnisses der darstellenden Kunst, vor allem der Malerei, zum Thema Berg wird durch gut lesbare, kluge Texte und 150 Abbildungen ausführlich beschrieben. Eine frühe Schlüsselsituation ist Albrecht Dürers Italienreise 1494/95: Die Überquerung der Alpen hat ihn offensichtlich so beeindruckt,...
schräg.
Die Kletterer auf den Stephansthurm. Im Laufe des letzten Jahres haben bekanntlich mehrere Waghälse sich dadurch berühmt zu machen versucht, daß sie den Stephansthurm in Wien an der Außenseite erstiegen. ...